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Leben in der Kaiservilla
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Von Anfang an war die Kaiservilla als Privatwohnung für den Kaiser und seine Familie gedacht; der Frieden dieses zur Erholung bestimmten Ortes wurde daher sorgfältig gehütet. Kein Staatsbesuch welchen Rangs auch immer wurde je in der Villa untergebracht; man logierte in der Stadt - meist im Hotel Kaiserin Elisabeth oder im heute nicht mehr existierenden Hotel Bauer. Selbst der k.u.k. Außenminister, dessen Gegenwart immer wieder erforderlich war, hatte eine Suite über der Wagenremise, deren Oberstock noch weitere Unterbringungsmöglichkeiten bot. Lediglich die diensthabenden Hofdamen, Leibkammerdiener und Zofen, deren unmittelbare Anwesenheit nötig war, wohnten in der Villa. Kaiserin Elisabeths Cottage bot einmal, was ganz außergewöhnlich war, ihrem zukünftigen Schwiegersohn Erzherzog Franz Salvator und seinem Adjutanten Unterkunft; das war vor seiner Hochzeit mit ihrer Tochter Marie Valerie im Juli 1890.

In der Kaiservilla befand sich weder ein Gesindetrakt noch eine Küche. Aus den Aufzeichnungen der Hausverwalter Nikolaus Zellner Vater und Sohn geht hervor, daß die kaiserlichen Familienmitglieder Suiten in beiden Stockwerken innehatten und das Personal in Nebenräumen untergebracht war. Die übrigen Bediensteten wohnten in Räumen, die sich in den weitläufigen Gebäuden der Stallungen und des Verwaltungshauses weiter unten am Fluß befanden; dort waren auch die Küchen. Für die im Hause und in der Wirtschaft tätigen Bediensteten, die Gärtner und Förster war eine eigene Sozialabsicherung samt Altersversorgung entwickelt worden, im Krankheitsfall erhielten sie, wie aus den Archiven ersichtlich ist, in Dr. Wirers Nobel-Institut die beste Behandlung, wobei die Kosten der Kaiserliche Privat- und Familienfonds übernahm.

Große Empfänge fanden, der privaten Atmosphäre des Hauses entsprechend und auch wegen Platzmangel, äußerst selten in der Kaiservilla statt, man wich für derlei Anlässe meist ins 1875 erbaute Kurhaus aus, Ischls heutiges Theater- und Konferenzzentrum. Dadurch erstreckte sich die Kaiserliche Residenz bis in die Stadt, sodaß sie ihren auch heute noch gern gebrauchten Namen „Kaiserstadt Ischl” zu Recht trägt.

Franz Josef pflegte zu sagen, daß Ischl „der Himmel auf Erden” sei. Seiner täglichen Akten-Arbeit konnte er zwar nicht entfliehen, dazu kamen Besuche auf diplomatischer Ebene, doch seine Freizeit konnte er der Jagd widmen. Es war dies der einzige Luxus, den er sich vergönnte, doch muß dazu zweierlei gesagt werden: daß sich der Tier- und Artenschutzgedanke seit damals grundlegend verändert hat, sodaß es das heutige Naturverständnis ist, das uns die überreichen Jagdtrophäen in fürstlichen Schlössern mit gemischten Gefühlen betrachten läßt. Dann bedeutete Jagd für Franz Josef aber auch die stundenlange Bewegung in frischer Bergluft, den Pirschgang als gewissermaßen sportliche Leistung, wobei er bis zuletzt ins hohe Alter den mühevollen Anstieg in Wald und Fels meisterte, nicht anders als die begleitenden Jäger gekleidet, also im Lodenjöppchen, in genagelten Schuhen und mit bloßen Knien. Wie auch seine Wohnräume in der Kaiservilla beweisen, war der Kaiser anspruchslos, asketisch bescheiden. Er schlief auf einem eisernen Kasernenbett und stand um halbvier Uhr früh auf; dem täglichen Bad folgte das Aufarbeiten von Akten, die per Kurier jeden Tag eintrafen. Gefrühstückt wurde mit der Familie in einem Salon, der Ausblick auf den Park bot, oder auf dem Balkon über dem Eingang. Am Sonntag nahm der gottesfürchtige Kaiser an der Heiligen Messe in der Pfarrkirche teil, um sieben Uhr morgens und meist allein.

Standen keine Besuche auf dem Programm, so studierte er in seinem Arbeitszimmer den Barometerstand (es wurde scherzhaft behauptet, daß der Rheumatismus von Förster Bruckenberger zuverlässigere Prognosen lieferte), und dann ging es bei brauchbarem Wetter oft schon vor der Morgendämmerung mit den Büchsenspannern in die Reviere auf der Zimnitz, an den Offensee oder Langbathsee. Gejagt wurden meistens Gemsen, das in den Ischler Bergen heimische Wild, das gelegentlich bis in den Kaiserpark absteigt. Franz Josef pflegte um zehn Uhr morgens von der Jagd zurückzukommen. Bei seinem letzten Pirschgang am 14. Laut einem Brief, den Franz Josef an einen seiner Jagdfreunde schrieb, waren ihm die vielen Besuche ausländischer „Majestäten” eine lästige Störung seines Jagdvergnügens. Dennoch war er Staatsbesuchen gegenüber von ausgesuchter Höflichkeit. Eine der Kleinigkeiten, die seine Aufmerksamkeit verrieten, waren die in den Landesfarben der jeweils zu Besuch weilenden Potentaten gefertigten Zigarrenbehälter. Technischen Neuerungen konnte er nicht viel abgewinnen. Eine Ausnahme bildete das Telegraphieren. Um den Telegrammverkehr zwischen Ischl und Wien bewältigen zu können, wurde ein eigenes Telegraphenamt in Ischl installiert. Der Zar von Rußland konnte den Kaiser zwar bewegen, sein Geschenk - einen elektrischen Zigarrenanzünder, der jetzt noch auf seinem Schreibtisch steht - anzunehmen, aber König Eduard, der britische Monarch, scheiterte, als er Franz Josef davon überzeugen wollte, das Zeitalter des Automobils sei selbst in Ischl angebrochen. Nach dem Tod Kaiserin Elisabeths im Jahre 1898 gab es im Leben des alternden Monarchen nur noch zwei Lichtblicke. Zunächst waren es seine Enkel, besonders namentlich die Kinder seiner jüngsten Tochter Marie Valerie, die er sehr liebte. Für viele von ihnen waren es bleibende Erinnerungen, mit dem Großvater vor den blattumrankten Säulen der Kaiservilla zu stehen oder um ihn herum - oben beim Cottage - zu spielen. Einige der Bäume im Park stehen noch, die an den Geburtstagen der Kinder gepflanzt worden sind. Der andere Lichtblick war die Freundschaft mit der Burgschauspielerin Katharina Schratt. Sie mietete für die Sommermonate die außerhalb der Stadt gelegene Villa Felicitas, zu welcher der Monarch in aller Herrgottsfrüh hinauszuwandern (oder zu reiten) pflegte, um dort zu frühstücken. Bei diesem täglichen Ausflug des alten Herrn wurde er von möglichst verdeckt folgenden Sicherheitsbeamten begleitet. Wahrscheinlich waren auch sie davon überzeugt, daß dies überflüssig war (”Meine Ischler tun mir nichts Böses!”), aber man bezahlte sie ja, um allen Eventualitäten vorzubeugen. Eine der vielen noch immer kursierenden Kaiser-Anekdoten berichtet, daß ihn auf diesem Morgenspaziergang einmal ein Wiener Ehepaar, das auf Sommerfrische war, besonders höflich und offenbar so herzgewinnend begrüßte, daß der Adjutant den Auftrag bekam, die Identität der beiden Herrschaften festzustellen und die tägliche Begegnung mit Seiner Majestät zu einem Programmpunkt während ihres Ischler Aufenthaltes zu machen. Kaiserin Elisabeths Leben in Ischl gestaltete sich anders. Als 16-jährige Braut begann sie es, und nicht viel später (ab 1860) wurde es immer wieder durch ihre oft ausgedehnten Auslandsreisen unterbrochen. War sie in Ischl, so mußte sie bei Staatsbesuchen die Gastgeberin spielen und die Damenbegleitung von gekrönten Häuptern und Diplomaten im Roten Salon unterhalten, während die Eheherren Politik machten. Sie empfing natürlich auch die Besuche ihrer Wittelsbacher Verwandtschaft - besonders nach der Heirat ihrer erst 16-jährigen Tochter Gisela mit Herzog Leopold in Bayern, dem jüngeren Bruder des letzten bayerischen Königs. Eingedenk ihrer eigenen frühen Eheschließung war Elisabeth in eher trüber Stimmung; sie wurde mit 36 Jahren Großmutter.
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In der Kaiservilla hatte sie sich ein Turnzimmer (heute ein Familienschlafzimmer) einrichten lassen , doch wenn der Rote Salon frei war, absolvierte sie ihre täglichen Geräte-Übungen dort, wobei an den Schmalseiten des Raumes zwei große ovale Spiegel aufgestellt wurden. Die von ihrem Vater übernommene Leidenschaft fürs Reiten konnte sie in Ischl ausleben; ihre Reitschule lag neben ihrem privaten Schwimmbad auf dem Flußufer jenseits der Villa. Später, als sie das Dressurreiten aufgab und ihre Pferde verkaufte, behielt sie doch eins oder zwei von ihnen in Ischl zurück, vermied aber Ausritte in der Öffentlichkeit.

Ihre langen, im Geschwindschritt durchgeführten Fußmärsche waren der Schrecken der Hofdamen, zumal man dabei regelmäßig den steilen, 834 Meter hohen Jainzen noch vor dem Frühstück zu erklimmen hatte (und das in hinderlichen langen Röcken). Sie wanderte tagelang durch die Ausseer Berge, übernachtete in entlegenen Berghütten mit ein paar Begleitern unter der Führung des Bauers Stefan Hopfer. Selbst als Mitt-Fünfzigerin unternahm sie mit ihrer Tochter Marie Valerie lange Hochgebirgsausflüge in den Tauern, wobei Touren in 3000 Metern Höhe anfielen, die auch heute für bestens ausgerüstete Alpinisten eine Herausforderung sind. Elisabeths ständiger Bergführer war Rupert Hacksteiner, und als einzige Hofdame, die mit der Kaiserin Schritt halten konnte, war die junge Ungarin Janka Mikes mit von der Partie.

Bei Schönwetter turnte Elisabeth auch gern auf einer kleinen Waldlichtung des Jainzen, wo sie sich unbeobachtet wußte. Sie liebte diesen der Kaiservilla so nahen Berg vor allen anderen, nannte ihn ihren „Zauberberg” und hielt sich vorzugsweise in seiner kleinen hölzernen Gipfelhütte auf, wo sie las und schrieb, zeichnete und malte. Eines ihrer Gedichte erbittet himmlischen Segen für ihre Familie und das Haus im Tal. Sie ließ es später, als Inschrift unter ein Muttergottesbild auf ein Holztäfelchen gemalt, am Berghang auf einer geschützten Stelle anbringen - zum Gedenken an Marie Valeries Hochzeit. Im übrigen betrachtete sie dieses Ereignis als Verlust ihres vierten und letzten Kindes. Elisabeths Gedichte, die wunschgemäß 60 Jahre nach ihrer Hinterlegung im Jahr 1951 veröffentlicht wurden, beziehen sich oft auf ihre Ischler Umgebung und sind vielfach auch hier geschrieben worden. Das idyllische Cottage in seinem Waldversteck war eine Zuflucht, wo sie ungezwungen ihren Lieblingsbeschäftigungen nachhängen konnte, von wo sie mit Kindern oder persönlichem Besuch auch leicht in die hochgelegenen Partien des Kaiserparkes wandern konnte, um von einem der Pavillons aus den Rundblick auf die Berge, die Dachsteingletscher zu genießen. Übrigens fand die romantische Verlobung Marie Valeries mit Erzherzog Franz Salvator im unteren dieser Gartenhäuschen statt.

 

Wie man in Kaiserin Elisabeths Schreibkabinett (ihr Boudoir, wie sie es nannte) in der Villa sieht, sammelte sie auch passioniert Photographien, mit denen sie sich umgab. Am häufigsten finden sich Bilder ihrer Lieblingstochter darunter. Da nach dem frühen Tod ihrer ersten Tochter (Sophie, 1855-57) Franz Josefs Mutter darauf drang, die beiden nächsten Enkel Gisela und Rudolf mehr unter ihre eigene Obhut zu nehmen (sie warf der Schwiegertochter vor, die kleine Sophie leichtfertig auf eine Reise nach Ungarn mitgenommen zu haben, wo die Kleine starb), war Elisabeth umso bedachter, Marie Valerie ganz für sich allein zu haben. Auch durch die Wanderungen mit ihrer Mutter faßte Marie Valerie eine tiefe Zuneigung zu Ischl, zur Kaiservilla und zum Kaiserpark. Ihre prächtige Hochzeit fand in der Ischler Pfarrkirche statt, und schließlich war sie es, die das Ischler Erbe antrat und an ihre Nachkommen weitergeben konnte. Obwohl die kaiserliche Familie von Natur aus nicht besonders gesellig war, bildete sie einen festen Bestandteil im Gesellschaftsleben von Ischl. Man erwartete bei unzähligen Anlässen ihre Gegenwart und fand es ganz natürlich, Mitgliedern des Kaiserhauses in den Straßen der Stadt zu begegnen, wo sie Einkäufe machten oder spazierengingen, und die jüngeren Vertreter der Familie, wie alle Jugendlichen vom technischen Fortschritt begeistert, radelten ungeniert auf ihren „Bicyklen” durch Ischl. Der Kaiser besuchte regelmäßig die Aufführungen des Stadttheaters. Natürlich spielte auch die Wohltätigkeit eine Rolle. Im Juli 1865 spendete Franz Josef 7 061 Gulden zur Unterstützung der Familien, die bei einem Brand obdachlos geworden waren; Kaiserin Elisabeth stiftete nach der Überschwemmung des Jahres 1897 eine Hilfsaktion, im allgemeinen aber sah man sie selten außerhalb des Kaiserparks. Bei Staatsbesuchen, für die das Protokoll militärische Ehren vorsah und in deren Verlauf der Kaiser seine Gäste ins Theater einlud, hatte die Stadt den Rahmen zu bilden. Die angespannte politische Lage des 19. Jahrhunderts ließ Vertreter der Großmächte wie Preußens Kanzler Otto von Bismarck oder den amerikanischen Präsidenten Ulysses S. Grant in die kleine Gebirgsstadt an der Traun kommen. Exotischer Besuch erschien auch, zum Beispiel der siamesische König Chulalongkorn, der im Juni 1897 eine Woche in Ischl verbrachte. Johann Strauß persönlich dirigierte eine Galavorstellung der „Fledermaus” und wurde anschließend vom König mit dem „Orden des Weißen Elefanten” ausgezeichnet. Ein Jahrhundert später (1997) wurde dieses Ereignisses auf Anlass der königlichen Familie Thailands mit einer Ausstellung und Feier in der Kaiservilla gedacht.

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Nach dem Tod von Kronprinz Rudolf am 31. Jänner 1889 kam die Familie, um der bedrückten Stimmung in Wien zu entfliehen, zwei Monate früher als sonst nach Ischl. Zum Ausgleich bot das Jahr darauf ein besonders festliches Ereignis : Marie Valerie, jüngste Tochter des Kaiserpaares, heiratete am 31. Juli 1890 in der Ischler Pfarrkirche, wo 37 Jahre zuvor die Verlobung ihrer Eltern proklamiert worden war, ihren Habsburger Vetter Franz Salvator. Bischof Doppelbauer aus Linz leitete die Zeremonie. Auf Wunsch der Braut war Anton Bruckner an der Orgel, er spielte Improvisationen zu Motiven aus Haydns Kaiserhymne und Händels Halleluja. Sonderzüge brachten hunderte prominenter Hochzeitsgäste, darunter mehr als 50 Vertreter der Habsburger und Wittelsbacher Dynastien. Die Festlichkeiten, an denen die ganze Bevölkerung Ischls teilnahm, dauerten bei strahlendem Wetter eine ganze Woche. Durch die Anwesenheit des Kaiserhofes verlagerte sich das kulturelle Leben Wiens in den Sommermonaten nach Ischl. Namentlich was die Musik und hier besonders die Operette betrifft, verblaßte dann die Hauptstadt gegenüber der Kaiserstadt Ischl. Anton Bruckner spielte an der Orgel der Pfarrkirche; Johann Strauß, Johannes Brahms, Giacomo Meyerbeer, Franz Lehar und sein Lieblingstenor Richard Tauber besaßen Villen in der Stadt. Die Gästeliste Ischls weist die Namen fast aller Schriftsteller von damals auf - Grillparzer, Lenau, Raimund, Rosegger, Bauernfeld, Schnitzler, Stifter, Zweig und Hofmannsthal. Maler wie Waldmüller, Schwind, Alt und Makart verewigten Land und Leute in ihrem Werk, berühmte Schauspieler - Johann Nestroy, Alexander Girardi und Katharina Schratt - traten im Stadttheater auf. Eine Unzahl künstlerischer Meisterleistungen wurde damals in Ischl geschaffen. Da die Stadt mittlerweile florierender und weithin bekannter Kurort geworden war, spielte das mondäne Gesellschaftsleben eine ebenso große Rolle wie die Sole- und Schwefelbäder, welche die Menschheit von den Schäden der Zivilisation zu heilen versprachen. Die Promenade im Kurpark war der Treffpunkt der Eleganz schlechthin; mit schön angelegten Blumenbeeten bot er zu den Klängen der Kurkapelle eine festliche Kulisse.

In Salons und Cafehäusern debattierten Karl Kraus und Theodor Herzl, der Begründer des Zionismus; man konnte im Cafe Ramsauer am Nebentisch Strauß oder Lehar sehen, im Cafe Attwenger Anton Bruckner, und „beim Zauner”, einer seit 1832 bestehenden Ischler Konditorei von legendärem Ruf, sprachen die Habsburger ein. Der Höhepunkt des Abends waren Theateraufführungen, oft vom Kaiser (der das Theater subventionierte) und Mitgliedern des Kaiserhauses besucht. Girardi spielte, Maria Jeritza sang, die neuesten Operetten von Lehar, Carl Zeller oder Emmerich Kálmán standen auf dem Programm. Von der Weltuntergangsstimmung, die sich allmählich auf Grund politischer und sozialer Differenzen in Wien breitmachte, war in Ischl nichts zu spüren, bis die Schüsse von Sarajewo der Idylle ein jähes Ende machten.

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D'emblée la Villa Impériale fut conçue comme résidence privée de l'Empereur et de sa famille, un endroit où ils pouvaient se reposer en paix, loin des remous de la cour impériale de Vienne. L'intimité familiale fut jalousement préservée. Aucun hôte d'état, aussi renommé qu'il fut, ne fut jamais logé à la Villa, mais toujours au centre ville, pour la plupart à l'Hôtel Kaiserin Elisabeth ou à l'Hôtel Bauer, aujourd'hui démoli. Seulement les dames d'honneur, les valets personnels et les femmes de chambres, qui voyageaient partout avec la famille impériale, demeuraient à la villa même. Le personnel administratif, domestique et autre séjournait dans des appartements aménagés dans le complexe des étables ou dans le bâtiment administratif situé plus bas près de la rivière; là aussi se trouvaient les cuisines, puisque aucun repas ne fut préparé à la villa même. Respectant le caractère privé de la maison, très peu de grandes réceptions ou d'activités similaires furent données dans l'espace limitée de la villa; celles-ci se faisaient d'habitude dans de plus amples établissements à Ischl, surtout au grand Kurhaus, édifié en 1875, qui contient aujourd'hui le théâtre de Bad Ischl et un centre de conférences. Ainsi, les limites de la résidence impériale contenaient en réalité la ville entière, connue jusqu'à ce jour comme la 'Ville Impériale Ischl'. François-Joseph a déclaré maintes fois que, pour lui, Ischl était "un paradis sur terre". Bien sûr il devait y consacrer une partie de son temps aux affaires d'état, mais sa vie à Ischl n'était pas uniquement une série d'engagements formels. Son principal passe-temps était la chasse, la seule récréation qu'il s'offrit. L'Empereur était un ascète, très sobre dans sa vie personnelle, ce qui est illustré par ses appartements extrêmement modestes à la villa. Son simple lit en fer était le même que les jeunes élèves officiers utilisaient dans leurs casernes. Une journée normale débutait à 3h30 du matin avec un bain, suivi de quelques heures de travail aux documents d'état, apportés journellement à Ischl par des courriers. S'il n'y avait aucune visite officielle au programme, il consultait les baromètres dans son bureau, et si le temps était clément, il partait, parfois bien avant le jour, avec ses compagnons de chasse pour les terrains de chasse au Zimnitz, près de l'Offensee ou du Langbathsee. Il était trop conformiste pour utiliser personnellement les maintes nouveautés techniques de l'époque, à la seule exception du télégraphe, qu'il utilisa pour les communications entre la Villa Impériale et les ministères du gouvernement à Vienne, même au point, qu'un bureau de télégraphie fut érigé spécialement à Ischl pour tenir tête au trafic. Un Tsar de Russie, en visite, put tout de même le persuader d'accepter un allume cigare électrique, qui se trouve toujours sur son bureau à la villa, mais le Roi Édouard VII de Grande Bretagne ne put le convaincre que l'âge de l'automobile était arrivé, même à Ischl. Au crépuscule de sa vie, après la mort d'Elisabeth en 1898, François-Joseph n'avait plus que deux bonheurs dans sa vie. D'abord ses petits-enfants, surtout la famille de sa fille cadette, Marie Valérie, qu'il adorait. Son autre source de joie dans ses dernières années fut son 'âme sœur', l'actrice Katharina Schratt, qui pendant de longues années loua la Villa Felicitas juste en dehors de la ville sur la route de Salzbourg. Durant la saison à Ischl c'était le rituel journalier de François-Joseph de faire la promenade à pied ou à cheval jusque là pour prendre son petit-déjeuner avec Madame Schratt tôt le matin – il se promenait seul, mais sous surveillance discrète de ses agents de sécurité. L'Impératrice Elisabeth arriva à la Villa Impériale comme jeune épouse de 16 ans. Bien sûr, elle faisait toujours partie des visites d'état, où elle était l'hôtesse des épouses ou des consorts des hommes d'états et des têtes couronnées, pendant que leurs époux et François-Joseph s'occupaient de leurs affaires de haute diplomatie. Au contraire de son époux, Elisabeth adorait les sports et l'exercice physique. Elle avait fait aménager une salle de la villa en salle de gymnastique (c'est maintenant une chambre à coucher de la famille), mais s'il n'y avait pas de visites officielles elle faisait ériger ses appareils gymnastiques dans le salon rouge entre deux grands miroirs ovales à l'extrémité de deux murs opposés, et y exécutait ses exercices habituels. A la Villa Impériale elle pouvait s'adonner de tout cœur à sa passion pour l'équitation, encouragée par son père dès son enfance; des étables pour 50 chevaux et une remise pour calèches à cheval étaient à sa disposition.

Ses longues promenades à un rythme effréné furent la frayeur de ses dames d'honneur, surtout lorsqu'elles devaient escalader régulièrement la pente raide du Jainzen (colline de 834 mètres dans le parc impérial), avant le petit-déjeuner et portant des jupes volumineuses. Elle se promenait durant des journées entières dans les collines autour de l'Aussee, et même à la mi-cinquantaine elle emmena sa fille Marie Valérie pour de longues randonnées dans les alpes du Tauer, par des chemins à plus de 3.000 mètres d'altitude, qui à ce jour sont toujours un défi pour des alpinistes expérimentés avec un équipement moderne. Par beau temps elle avait l'habitude de faire ses exercices de gymnastique en plein air, non observée, dans une clairière sur les pentes inférieures du Jainzen. La jeune Elisabeth appelait le Jainzen sa “montagne magique”, et sa fascination ne la quitta pas de toute sa vie. Dans une petite cabane en bois au sommet, avec un panorama fabuleux sur les montagnes, elle lisait, écrivait, dessinait et faisait de la peinture.

Les poèmes d'Elisabeth, publiés depuis lors sous forme de livre, ont été composés pour la plupart à Ischl, soit dans son boudoir à la villa, soit dans son cottage. Ici elle pouvait retrouver ses enfants, sa famille et ses invités privés. A partir d'ici ils pouvaient faire une promenade sur les hauteurs du parc et admirer l'exceptionnel panorama sur Ischl, sur les sommets et glaciers du Dachstein et des montagnes environnantes à partir d'un des petits pavillons dans le parc. Elisabeth collectionnait aussi des photos de membres de la famille, comme on peut les admirer dans son boudoir, où surtout les photos de Marie Valerie prédominent. A la mort de son premier enfant, Sophie, à l'âge de deux ans, les deux suivants – Gisèle et le prince héritier Rodolphe – furent élevés sous l'influence dominatrice de sa belle-mère. Dès lors, Elisabeth fut absolument déterminée à garder près d'elle Marie Valerie et de s'occuper elle-même de son éducation. La fille préférée de Sisi, ayant de solides racines à Ischl, où son splendide mariage eut lieu, finit par hériter la Villa Impériale et la passa à ses héritiers.

Malgré leur nature pas tellement sociable, la famille impériale représentait un élément solide dans la vie d'Ischl. On attendait leur présence à maints événements sociaux, et bien sûr on les voyait souvent faire leurs courses ou d'autres activités informelles en ville. Ils se promenaient dans les rues et se mêlaient aux habitants sans gardes du corps ou autre protection apparente. On voyait régulièrement l'Empereur ou d'autres membres de la famille au théâtre local. Inévitablement Ischl fut le théâtre de visites d'état, amenant de grandes cérémonies dans la ville, comme des réceptions, des bals et toutes sortes de manifestations pour les centaines d'hommes d'état et de têtes couronnées du monde entier, venant visiter au fil des ans le monarque de la grande puissance, l'Autriche. Le protocole exigea le cérémoniel militaire approprié et à chaque fois il y avait une représentation de gala au théâtre d'Ischl en présence de l'Empereur et de ses augustes invités.

Dans l'atmosphère orageuse de la haute diplomatie du 19ème siècle François-Joseph reçut à Ischl les visites d'ambassadeurs de toutes les grandes puissances, de chefs d'état et de gouvernement, tels que le chancelier prussien Otto von Bismarck ou le président des États-Unis, Ulysse S. Grant. Les souverains régnants de l'Europe se retrouvaient régulièrement à la Villa Impériale. Certaines occasions furent même hautement exotiques, par exemple lorsque le Roi Chulalongkorn du Siam, “Seigneur de l'Éléphant Blanc', passa une semaine à Ischl en juin 1897. Une représentation spéciale de l'opérette de Johann Strauss "La Chauve-souris" fut donnée en son honneur au théâtre d'Ischl, le compositeur en personne menant la baguette. Après la représentation, le roi investit Strauss avec l'Ordre de l'Éléphant Blanc. Cette visite fut commémorée par la famille royale thaïlandaise lors d'une cérémonie et d'une exposition à la Villa Impériale un siècle plus tard, en 1997. Après la mort du Prince héritier Rodolphe le 31 janvier 1889, et l'agitation subséquente, la famille se réfugia à la villa deux mois plus tôt que d'habitude, afin de fuir l'atmosphère oppressive de Vienne. Mais en compensation l'année suivante Ischl, ville impériale, vivait les plus grandes festivités jamais célébrées. Le 31 juillet 1890, Marie Valerie, la fille cadette de François-Joseph et d'Elisabeth, épousa son cousin Habsbourg François Salvator à Saint-Nicolas, l'église paroissiale de la cour. Les festivités, célébrées par la population entière d'Ischl, devaient durer toute une semaine et le temps fut splendide. Les Habsbourgs 'Salvator' sont toujours en résidence à la Villa Impériale.

Par la présence impériale la vie culturelle viennoise fut transférée à Ischl. En effet, lorsque la cour était en résidence, sans aucun doute Ischl éclipsa la capitale impériale, surtout en ce qui concerne la musique et l'opérette en particulier. D'innombrables chefs-d'œuvre musicaux, artistiques et littéraires furent créés dans cette ville. Chacun de nom ou de renom devait être vu à Ischl tôt ou tard. Ischl était devenue une ville d'eau florissante et célèbre dans le monde entier. Dames et messieurs d'une exquise élégance échangeaient des courtoisies avec de galants officiers dans leurs splendides uniformes des forces armées impériales, et se promenaient dans les jardins parfaitement entretenus du Kurpark sur les tons de l'orchestre dirigé par le maître Johann Strauss en personne. Durant la période de résidence de la cour, la célèbre vie intellectuelle et culturelle de Vienne au tournant du siècle émigrait en masse vers les salons et cafés d'Ischl. Pendant des décennies la vie se déroula identiquement tout au long du crépuscule de l'Autriche impériale. Aucunement dérangé par les troubles sociaux et politiques dont Vienne fut accablée à cette époque, et inconscient de l'atmosphère de 'fin d'une époque", la saison culturelle d'Ischl se poursuivait d'année en année. Dieu était au ciel, l'Empereur sur son trône et tout allait pour le mieux dans le monde. Jusqu'à ce que les coups de feu de Sarajevo viennent brutalement interrompre l'idylle
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